Die biophysikalische Grundlagenforschung der letzten Jahrzehnte hat in den Vereinigten Staaten zur Entwicklung der Feinstrom-Therapie geführt, welche seit Anfang der 80er Jahre an Patienten angewendet wird. Trotz der in den USA vielversprechenden Therapieerfolge bei Schmerzen, Angst, Schlafstörungen und Depressionen ist die Feinstrom-Therapie jedoch in Europa noch nicht sehr weit verbreitet.
Die Feinstromtherapie (MET=Microcurrent Electrical Therapy) mit ihrer Sonderform der Hirnstammstimulation (CES: Cranial Electrotherapy Stimulation) wurde von den amerikanischen Wissenschaftlern Dr. Daniel L. Kirsch und Dr. Fred N. Lerner mit ihren beratenden Technikern entwickelt. Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass die den Zell-Stoffwechsel des Menschen fördernden biophysikalischen Prozesse eine signifikante Rolle bei der Regulation aller Lebensvorgänge spielen. Jede der 75 Milliarden menschlicher Zellen besitzt ein elektrisches Potential entlang der Zellmembran. Die charakteristischen Eigenschaften der Feinstrom-Impulse führen zu einer Elektronenbewegung durch zentrales Nervensystem und Körper mit einer Variation von Frequenzen, die gemeinhin als harmonische Resonanz bekannt ist. Dies normalisiert die elektrische Aktivität von dem zentralen und peripheren Nervensystem und kann entsprechend im Elektroencephalogramm (EEG) nachvollzogen werden.
Bis heute wurden über 100 wissenschaftliche Untersuchungen beim Menschen und 20 tierexperimentelle Studien zur Feinstromtherapie durchgeführt. Die überwiegende Anzahl der Veröffentlichungen sind ausgesprochen vielversprechend, wobei keine signifikanten Nebenwirkungen beschrieben wurden. Die besten Ergebnisse der MET werden bei der Schmerzbehandlung erzielt, während die Hirnstammstimulation (CES) erfolgreich bei Angst- und Schlafstörungen sowie zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird. (siehe auch CESta).
Craniale Elektrotherapie-Stimulationselektroden können bitemporal plaziert werden, von der Stirn bis zum hinteren Nacken, beidseits der Grube genau vor dem Prozessus mastoideus, oder durch Elektroden, die an den Ohrläppchen befestigt werden. Letztere Methode gilt als die beste Elektrodenplazierung. Sie wurde nach jahrelangen vergleichenden klinischen Beobachtungen entwickelt.
Die meisten CES-Elektroden müssen zunächst mit einer salzhaltigen Lösung angefeuchtet werden. Bei Anwendung von Ohrclip-Elektroden sind diese am oberen Teil des Ohrläppchens, so nahe wie möglich am Unterkiefer, anzubringen. Beginnen sie mit einer schwachen Stromzufuhr und steigern sie sie schrittweise. Wenden sie am Kopf nie einen stärkeren Strom als einen Milliampère (mA) an. Bei überhöhter Stromzufuhr kann es zu einem schmerzvollen Stechen an den Elektroden sowie zu Schwindel und Übelkeit kommen. Falls eines dieser drei Symptome auftritt, ist sofort der Strom zu vermindern, worauf die Symptome in wenigen Augenblicken nachlassen werden. Nach ein oder zwei Minuten können sie versuchen, den Strom wieder zu erhöhen, wobei eine angenehme Stufe einzuhalten ist. Es geht in Ordnung, wenn der Anwender den Strom spürt, solange er ihn nicht als unangenehm empfindet. In seltenen Fällen ist es durch zu viel Strom zu anhaltendem Schwindelgefühl gekommen, aber nur bei Anwendern, die eine Schwindelanamnese hatten. Selbst in solchen Einzelfällen wird dieser anhaltende nachteilige Effekt nach einigen Anwendungen verschwinden.
Die ideale Behandlungszeit liegt zwischen 20 und 40 Minuten, obwohl bei einigen Menschen der wohltätige Effekt einer CES-Behandlung innerhalb von 10 Minuten erzielt werden kann, während andere eine ganze Stunde dafür benötigen. Einige Zahnärzte benutzen das Verfahren anstelle von Lachgas, um die Patienten während den zahnärztlichen Behandlungen zu entspannen. Manchmal dauern diese Zahnbehandlungen, während deren CES beim Patient angewandt wird, Stunden.
ImVerlauf der Behandlung machen manche Menschen die subjektive Erfahrung, als ob sich ihr Körpergewicht verändert. Sie können sich zunächst schwerer vorkommen und später leichter, oder sie fühlen sich zu Anfang leichter. Während des Schwere-Zyklus kann der Betroffene sich schlecht fühlen und dieses Gefühl kann mehrere Tage anhalten, wenn nicht eine zusätzliche Behandlungszeit angesetzt wird. Deshalb ist es wichtig, die Stimulation einige Minuten länger fortzusetzen, wenn sich der Anwender am Ende der vorgegebenen Zeit schwerer fühlt, selbst nach 20 Minuten oder mehr. Wenn der Anwender sich leichter fühlt, ist mindestens zwei Minuten länger fortzufahren. Obwohl es gewöhnlich so ist, werden nicht alle Menschen dieses Gefühl der Gewichtsveränderung wahrnehmen.
Obwohl die CES-Behandlung bei Schlaflosigkeit indiziert ist, können einige Menschen, bedingt durch die erhöhte Wachheit, unmittelbar nach der Behandlung schwer einschlafen. Dementsprechend wird empfohlen, CES drei Stunden vor dem Zubettgehen anzuwenden. Ausserdem ist es in den meisten Fällen wirksamer, die Behandlung nur jeden zweiten Tag durchzuführen, nachdem man sie zunächst ein bis zwei Wochen lang täglich angewendet hat.
Unmittelbar nach einer CES-Behandlung berichten die Nutzer gewöhnlich, dass sie sich entspannt und manchmal in den ersten Minuten wie berauscht fühlen. Dies ist ein angenehmes und sehr wohliges Gefühl. Nach einigen Minuten bis Stunden verschwinden die leichten Schwindelgefühle im Kopf für gewöhnlich, der Zustand der Entspannung bleibt erhalten und ein ausgeprägtes Gefühl von Wachheit ist erreicht. Dieser entspannte/wache Zustand wird in aller Regel schon nach den ersten Behandlungen durchschnittlich 12 bis 72 Stunden anhalten. Bei regelmässiger Anwendung kann sich dieser bevorzugte Wahrnehmungszustand gewohnheitsmässig einstellen. Manche Menschen beschreiben diese Erfahrung, als hätten sie einen wachen und aktiven Geist in einem entspannten Körper.
Im Anschluss an CES berichten viele Menschen, dass sie sich frischer fühlen, weniger gestresst und besser auf geistige Aufgaben eingestellt sind. Im Allgemeinen schlafen sie gut und berichten von verbesserter Konzentration, verstärkter Lernfähigkeit, gesteigertem Erinnerungsvermögen und erhöhtem Wohlbefinden.
Diese allgemeinen Gefühle wurden erstmalig in den 70-Jahren von Psychologen als ein «Alpha-Bewusstseinszustand» beschrieben. Solche Zustände werden auch durch Meditation, Biofeedbacktraining, audiovisuelle Stimulation, Hypnose und verschiedene religiöse Rituale erreicht.
Bei welchen Beschwerden wird die CES-Therapie erfolgreich eingesetzt? Die nachfolgende Tabelle zeigt Ergebnisse von Untersuchungen an 2500 Patienten, deren Beschwerdebilder nach einer Therapie von mindestens drei Wochen im Sinne einer Besserung positiv beeinflusst werden konnten.
| Symptom | n*) | schwach
<25% | leidlich
25-49% | erheblich50-74% | stark
75-100% | signifikant
>25% | | Schmerzen gesamt | 1949 | 136 | 6,98% | 623 | 31,97% | 741 | 38,02% | 449 | 23,04% | 1813 | 93,02% | | Rückenschmerzen | 403 | 20 | 4,96% | 109 | 27,05% | 157 | 38,96% | 117 | 29,03% | 383 | 95,04% | | Nackenschmerzen | 265 | 18 | 6,79% | 69 | 26,04% | 125 | 47,17% | 53 | 20,00% | 247 | 93,91% | | Hüft-/Bein-/Fußschmerzen | 160 | 6 | 3,75% | 43 | 26,88% | 53 | 33,13% | 58 | 36,25% | 154 | 96,25% | | Schulter-/Arm-/Handschmerzen | 150 | 13 | 8,67% | 41 | 27,33% | 63 | 42,00% | 33 | 22,00% | 137 | 91,33% | | Karpaltunnelsyndrom | 25 | 0 | 0,00% | 5 | 20,00% | 17 | 68,00% | 3 | 12,00% | 25 | 100,00% | | Arthritis | 188 | 11 | 5,85% | 51 | 27,13% | 88 | 46,81% | 38 | 20,21% | 177 | 94,15% | | TMJ-Schmerzen | 158 | 17 | 10,76% | 60 | 37,97% | 60 | 37,97% | 21 | 13,29% | 141 | 89,24% | | Myofacialisschmerzen | 62 | 6 | 9,68% | 18 | 29,03% | 18 | 29,03% | 20 | 32,26% | 56 | 90,32% | | RSD | 55 | 10 | 18,18% | 16 | 29,09% | 19 | 34,55% | 10 | 18,18% | 45 | 81,82% | | Fibromyalgie (allein) | 142 | 13 | 9,15% | 53 | 37,32% | 52 | 36,62% | 24 | 16,90% | 129 | 90,85% | | Fibromyalgie (mit anderen) | 363 | 33 | 9,09% | 131 | 36,09% | 152 | 41,87% | 47 | 12,95% | 330 | 90,91% | | Migräne | 118 | 2 | 1,69% | 49 | 41,53% | 30 | 25,42% | 37 | 31,36% | 116 | 98,31% | | Kopfschmerzen (sonstige) | 112 | 20 | 17,86% | 30 | 26,79% | 24 | 21,43% | 38 | 33,93% | 92 | 82,14% | | Psychische Beschwerden (gesamt) | 723 | 61 | 8,44% | 175 | 24,20% | 237 | 32,78% | 250 | 34,58% | 662 | 91,56% | | Angst (allein) | 128 | 13 | 10,16% | 29 | 22,66% | 42 | 32,81% | 44 | 34,38% | 115 | 89,84% | | Angst (mit anderen) | 370 | 33 | 8,92% | 85 | 22,97% | 122 | 32,97% | 130 | 35,14% | 337 | 91,08% | | Angst/Depression | 58 | 3 | 5,17% | 19 | 32,76% | 19 | 32,76% | 17 | 29,31% | 55 | 94,83% | | Depression (allein) | 53 | 7 | 13,21% | 11 | 20,75% | 23 | 43,40% | 12 | 22,64% | 46 | 86,79% | | Depression (mit anderen) | 265 | 29 | 10,94% | 61 | 23,02% | 93 | 35,09% | 82 | 30,94% | 236 | 89,06% | | Stress | 123 | 6 | 4,88% | 30 | 24,39% | 39 | 31,71% | 48 | 39,02% | 117 | 95,12% | | Chronische Erschöpfung | 50 | 3 | 6,00% | 30 | 60,00% | 10 | 20,00% | 7 | 14,00% | 47 | 94,00% | | Schlaflosigkeit | 163 | 10 | 6,13% | 47 | 28,83% | 47 | 28,83% | 59 | 36,20% | 153 | 93,87% | | *) = Anzahl d. Patienten | Quelle: ENERMED, 5. Jg., Nr.1, Juni 2001 |
Für die craniale Elektrostimulation empfehlen wir den CESta oder den DAVID PAL36 mit CES.
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